Höhenflug
fotografiert von Michael Walker
Künstler ich 2010
Thema „Höhenflug“
Projekt : Kleid aus Papierflugzeugen
Künstlerin : Madleina von Reding
Grundidee/ Geschichte:
Am Anfang war die Idee in meinem Kopf, dass ich ein Kleid machen möchte ausschliesslich aus gefalteten Papierflugzeugen.
Ich habe also damit angefangen, beim Zug fahren und beim Filme ansehen, nebenbei Flugzeuge zu falten.
Ich habe dafür ausschliesslich weisses, quadratisches Papier der Grösse 8.9 cm mal 8.9 cm benützt.
Darüber, wie man so ein Flugzeug faltet, habe ich im Internet informiert.
Ich habe eine Technik gefunden, die mir lag und habe dann diese noch ein klein wenig umgeändert.
Pro Flugzeug brauchte ich ungefähr 50 Sekunden Faltzeit.
Nach ein paar Tagen, hatte ich eine grosse Menge an Flugzeugen zusammen und machte mich daran weiter zu denken.
Was muss das Kleid alles erfüllen?
Welche Materialien verwende ich?
Was ist mir sonst noch wichtig?
Was muss das Kleid alles erfüllen?
Für mich war klar, dass dieses Kleid tragbar sein musste.
Weil für mich schon von Anfang an klar war, dass es an der Vernissage von einem Model getragen werden sollte.
Ich wollte damit auch einen „wow Effekt“ erzeugen , der die Frage aufwirft: Wie lange hat das wohl gedauert? Oder Wie hat sie das denn gemacht.
Welche Materialien verwende ich?
Ich wollte am Anfang das gesamte Kleid nur aus den Flugzeugen kleben, musste aber sehr schnell fest stellen, dass dies nie funktionieren wird.
Deshalb habe ich einen weissen, dehnbaren Stoff, und Streifen aus Papier zur Hilfe genommen.
Für die Verschlüsse an den Armen und am Oberteil habe ich Lederbänder benützt.
Was ist mir sonst noch wichtig?
Am Anfang war die fixe Idee in meinen Gedanken, dass dieses Kleid nur weiss sein durfte.
Da mein letztes Kleid nur schwarz war wollte ich einen grossen Kontrast und eine Abwechslung für mich selbst.
Ich musste leider, was mir überhaupt nicht einfach gefallen ist, von dieser Idee abkommen.
Sehr viele Ideen und Pläne vom Anfang wurden während dem Arbeiten umgeändert und angepasst. Am Ende sind viele Stunden vergebens gewesen und einen grossen Teil habe ich immer wieder zerstört und neu angefangen.
Schlussendlich stehen vor mir zwei Kleider.
Rüstung?
Das eine Kleid besteht aus reinem weissen Papier und ein wenig weissem Stoff( Grundlage für den Jupe).
Die Verschlüsse an den Armen und am Oberteil habe ich mit Lederbändern vervollständigt.
Es erinnert an eine Rüstung.
Sich damit fort zu bewegen, ist nicht ganz einfach.
Ich mag es, da es sehr widersprüchlich ist. Denn eine Rüstung ist stabil, schwer und widerstandsfähig. Papier ist sehr leicht, und geht schon bei einer falschen Bewegung oder einem Regentag kaputt.
Bestimmt ist es das Schlichtere von beiden und auch das, das meiner Anfangsidee am ehesten entsprach.
Doch ohne das eine, ist das andere nicht vollständig.
Oho! Aha! Juhee!
Das zweite Kleid besteht aus dem Grundgerüst einer früheren Arbeit.
Ein Lampenschirm besetzt mit Ecken und Dreiecken aus schwarzem Papier.
Auf diese habe ich dann einen sehr grossen teil meiner Flieger geklebt.
Dieses Kleid entspricht zwar nicht der Vorstellung vom Anfang, ganz weiss zu sein.
Jedoch ist es für mich ein Höhenflug, da es äusserst lange gedauert hat und man dies auch sieht. Es ist bequemer zu tragen und wirkt sehr kantig und chaotisch.
Das Oberteil dazu besteht nur aus einem Streifen Papier den ich vor der Vernissage am Model selbst stecken und kleben werde.
Obwaldner und Nidwaldner Zeitung Online 5.10.10
„Papierflugzeuge zum Anziehen Nicht zum ersten Mal fällt die Stanserin Madleina von Reding mit Kleidern aus Papier auf. Auf ihrem Arbeitsweg begann die Make-up-Artistin im Zug Papierflugzeuge zu falten. Wie viele Flugzeuge an ihren beiden Höhenflug-Kreationen kleben, weiss sie selbst nicht so genau. «Es müssen weit über tausend sein», sagt sie. Mit ihrer Kunst für den Augenblick findet auch sie den Bezug zur Unvollständigkeit.“
Making-of Bilder von Photographer Michel Walker